• Achtsamkeit: Ergotherapeuten verhelfen zu souveränem Umgang mit Stress und belastenden Situationen

    Achtsamkeit: Ergotherapeuten verhelfen zu souveränem Umgang mit Stress und belastenden Situationen

    Ist es „nur“ ein Trend? Oder eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung, dass das Thema Achtsamkeit so hoch im Kurs steht? „Auf viele Menschen wirkt das Leben anstrengend und stressig, sie wünschen sich, besser mit dem Druck von außen umgehen zu können!“ Stress oder schwierige Anforderungen und Belastungen bereiten häufig Probleme; vielfach verstärkt wirken sie sich jedoch auf diejenigen aus, die während oder nach einer Krankheit ihren Alltag wieder bewerkstelligen möchten. Geht es um die Alltagsbewältigung, sind Ergotherapeuten im Gesundheitswesen an erster Stelle zu nennen. Und für nahezu jede gesundheitliche Problematik halten sie eine große Methodenvielfalt bereit, lassen zunehmend auch Achtsamkeitsübungen in ihre Behandlungen einfließen.

    Im Therapiezentrum Stoll kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Patienten mit ihren jeweiligen, individuellen Problemen oder Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, ADHS, psychischen Problematiken und vielem mehr. Eines verbindet sie: der Wunsch, im Alltag wieder zurechtzukommen und vor allem, ihr Leben mit weniger Stress und mehr Selbstbestimmung zu leben. Sofern die Klienten es wünschen und ihre Krankengeschichte es zulässt, berücksichtigt unser Team Elemente des Achtsamkeitstrainings bei ihren Behandlungsmethoden. Ihre positiven Erfahrungen sprechen für sich.

    Gemeinsam realistische Ziele festlegen – klassischer Ansatz der Ergotherapie

    Lange anhaltende Krankheiten bedeuten eine enorme Belastung – körperlich und seelisch. Ebenso verhält es sich zum Beispiel mit dauerhaften Schmerzen. Beides kann sogar dazu führen, dass sich bei den Betroffenen depressive Phasen entwickeln. Die Folge: es fällt ihnen zusehends schwerer, sich von ihren Symptomen oder Schmerzen zu distanzieren. Ihr Leiden nimmt zunehmend mehr Raum ein, den Anforderungen des realen Lebens können sie immer weniger gut nachkommen, schon kleinste Belastungen machen Stress. „Mithilfe von Achtsamkeitsübungen – und das sind anfangs ganz einfache Aufgaben wie beispielsweise den eigenen Atem beobachten – lernen unsere Klienten gleich zu Beginn, wie sie es schaffen, besser mit ihren Symptomen umzugehen. Schmerzpatienten zum Beispiel bestehen regelrecht aus Schmerz. Dank entsprechender Achtsamkeitsübungen erkennen sie, dass dies nur eine von vielen Wahrnehmungen ist. So gelingt es Ihnen, sich auch auf diese anderen Eindrücke und auf etwas Neues zu fokussieren.“ Im nächsten Schritt kann es um die Planung des Alltags gehen: Dazu erarbeiten Ergotherapeuten grundsätzlich gemeinsam mit dem Betroffenen, wenn möglich einen Aktivitätsplan. „Es ist ausgesprochen wichtig, dass die Ziele, die sich die von mir behandelten Personen vornehmen, realistisch und erreichbar sind. Da hat Perfektionismus keinen Platz, der würde nur bei der Umsetzung das Stressniveau unnötig in die Höhe schnellen lassen.“ „Um die übergeordneten Ziele zu erreichen, heißt es in Etappen vorgehen und die Menschen in die Lage versetzen, alleine und außerhalb der ergotherapeutischen Behandlung mit Situationen, die ihnen Stress verursachen, gekonnt umzugehen.“

    Transfer von Know-how – Teil der ergotherapeutischen Behandlung

    Bei psychischen und häufig auch bei körperlichen Problemen leiden die Betroffenen oft unter dem Gefühl, eingeschränkt oder ohnmächtig zu sein. Dank der in der Ergotherapie erlernten Techniken zur Achtsamkeit können sie in solchen Momenten eine ihrer Übungen machen und erkennen: Ich bin meiner Krankheit – oder manchmal sind es auch die Umstände oder Personen aus dem Umfeld – nicht hilflos ausgeliefert, ich kann selbst etwas tun. Das verhilft ihnen, sich zu stabilisieren. Denn das Umfeld lässt sich nicht ändern, lediglich die Art und Weise, wie jeder Einzelne mit entsprechenden, für ihn vielleicht stressigen Situationen umgeht. Doch nicht nur in kritischen Augenblicken ist es nötig, Achtsamkeit zu üben. Ergotherapeuten, die sich auf das Thema Achtsamkeit spezialisiert haben, beginnen ihre Therapiestunden in der Regel mit entsprechenden Elementen aus dem Achtsamkeitstraining, als kleines Ritual sozusagen. Diese Vorgehensweise übernehmen die Klienten anfangs als Aufgabe in ihrem Aktivitätsplan, später als eine Selbstverständlichkeit in ihren Alltag. „Achtsamkeit in den Alltag integrieren heißt, in jedem Moment im Hier und Jetzt zu sein und alles bewusst zu tun, zu erleben und dadurch zu genießen.“

    Selbstbestimmt handeln – immer oberstes Ziel der Ergotherapie

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