• Erforderliche Einschnitte? 85 Prozent der Rücken-OPs nicht notwendig. Physiotherapie hilft.

    In Deutschland werden nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse (TK) zu viele Rücken-Operationen vorgenommen. „85 Prozent der Rücken-Eingriffe haben sich nach einer Zweitmeinung als unnötig herausgestellt“, erklärte der Leiter des TK-Versorgungsmanagements, Klaus Rupp. Das habe eine aktuelle Auswertung des Modellprojekts „Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen“ ergeben.

    TK-Versicherte können sich bei diesem Projekt vor einem Eingriff kostenlos innerhalb von zwei Tagen eine professionelle zweite Meinung bei einem Team von Spezialisten einholen. Mehr als 1.700 Versicherte hätten das seit dem Start des Projekts vor fünf Jahren getan. Bei gut 1.450 der Patienten hätten die Spezialisten den operativen Eingriff als nicht notwendig eingestuft und eine nicht-operative Behandlung empfohlen – etwa Physio- oder Schmerztherapie.

    Rund 60 Prozent der Frauen klagen danach, dass sie häufig oder dauerhaft an Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen leiden. Bei den Männern seien es immerhin 51 Prozent. Selbst bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren habe fast schon jeder zweite „Rücken“, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK. Der Gesetzgeber hat die Vorteile der Zweitmeinung erkannt und im gerade verabschiedeten Versorgungsstärkungsgesetz verankert. So sollen Patienten bei bestimmten operativen Eingriffen grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, sich eine zweite Meinung durch einen unabhängigen Experten einzuholen.

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