• Mehr Physiotherapie, weniger Medizin

    Physikalische Therapie wirkt bei Rheumapatienten besser als nur eine Pille.

    Rheuma und Radontherapie? Das geht – und zwar sogar sehr gut: Physikalische Maßnahmen wie Massage, Wärme und Gleichstrom, etc. seien bei der Behandlung von Rheuma-Patienten sogar unabdingbar, erklärte Professor Uwe Lange in Frankfurt. Der Leiter des Bereichs Physikalische Medizin und Osteologie der Kerckhoff Klinik Bad Nauheim präsentierte kürzlich auf einem Kongress die neuesten Ergebnisse seiner Forschung und betonte: „Physikalische Therapie ist keine Wellness, sondern harte Arbeit.“

    Das fanden der Rheumatologe und sein Team in einer Studie mit 20 Patienten heraus, die unter Spondylarthritiden litten und TNF-Blocker nehmen sollten. Die Teilnehmer unterzogen sich einer intensiven physikalischen Therapie mit drei Sitzungen a‘ 45 Minuten pro Woche. Gleichzeitig wurde die Standarddosis des TNF-Blockers (Etanercept) auf die Hälfte reduziert.

    Vier Monate später stellten die Forscher bei der Hälfte der Patienten eine Verbesserung um 40 Prozent fest – gemessen mittels des Bath Ankylosing Disease Functional Index (BASFI), des Bath Ankylosing Spondylitis Disease Metrology Index (BASMI) sowie mit dem sogenannten Funktionsfragebogen Hannover, einem schriftlichen Fragetest.

    Dagegen erzielte Etanercept als alleiniges Therapeutikum in der vollumfänglichen Dosis erst nach Ablauf von sechs Monaten einen vergleichbaren Fortschritt bei 42 Prozent der Teilnehmer.

    Das bedeutet: Durch die kombinierte Behandlung der Rheumapatienten mit physikalischer und medikamentöser Therapie wurde im Vergleich zu einer singulären medikamentösen Behandlung eine Summe von rund 76.000 Euro eingespart.

    Das Studienergebnis bestätigte somit, dass Physiotherapie einen positiven Effekt auf die Zytokin-vermittelten Krankheitsmechanismen habe, berichtete Lange. Die Daten sprechen dafür, dass physikalische Maßnahmen bei Rheumapatienten einen festen Platz im Therapieplan haben sollten. „Eine physikalische Therapie kann Medikamente zwar nicht komplett, aber zumindest zum Teil ersetzen …“ so Lange und weiter: „Die physikalische Therapie verbessert und erhält die Gelenkfunktion – das ist mit keiner Pille zu schaffen.“

    Leider veröffentlichte Professor Lange in seiner Studie weder welche Verfahren aus der physikalischen Therapie im Einzelnen zur Anwendung kamen, noch über welchen Zeitraum sich die Behandlungen erstreckten.

    NUR / physio.de

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