• Hirschhausen huldigt der Physiotherapie

    22.05.2018

    Er habe in der Klinik die Physiotherapeuten immer beneidet, wegen ihres viel engeren Drahtes zu den Patienten. So ehrlich und offen kann nur ein Arzt sich äußern, der sich mit Haut und Haar einer anderen Medizin verschrieben hat, dem Humor.

    In einer Reihe des Alverde-Magazins, das zum dm-Drogeriemarkt gehört, stellt Dr. Eckart von Hirschhausen Heilmittelberufe vor. Dabei bringt er es auf den Punkt, den Kern der Physiotherapie: „Sie denken in Bewegungsabläufen, in funktionellen Muskelketten und Spielern und Gegenspielern, weshalb es für sie zum Beispiel bei Rückenschmerzen Sinn macht, sich mit den Bauchmuskeln zu beschäftigen.“ Was dem rein anatomischen Denken vieler Ärzte entgegensteht.

    Und die Problematik der Branche hat er auch in einem Satz zusammengefasst: „Leider haben die Kassen die Behandlungszeiten im ambulanten Bereich inzwischen auf absurde Minutentaktungen gekürzt, was nicht reicht, um einen verkürzten Muskel zu lockern und zu dehnen und dem Patienten zu zeigen, wie er eigenständig weiterüben kann.“ Hirschhausen berichtet voller Hochachtung von den Physiotherapeuten und bricht eine Lanze für sie. Und was dabei ebenfalls nochmal sehr deutlich wird: Er kennt die abwertenden Beurteilungen des Gesundheitssystems und vieler Ärzte, die den Beruf auf „Knetmäuschen“ herunterbrechen wollen.

    So humorig und wertschätzend seine Vorstellung ist, so bitter muss man als Physiotherapeut auch selbst erkennen: Die Gesundheitsbranche wertet die Physiotherapie ständig ab. Hirschhausen wirkt fassungslos, wenn er berichtet, dass Medizinstudenten ihr teures Studium von der Allgemeinheit bezahlt bekommen, während die Physios die Schulen selber bezahlen. Ihr niedriges Gehalt stehe in keinem Verhältnis zu dem, was sie leisten. Man muss Hirschhausen für diesen klaren Blick danken, aber auch feststellen:

    Wenn schon ein Komiker Mitleid mit uns hat, ist es wirklich an der Zeit, dass was passiert!

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